Dark apps, oder wie Privatshäre böse wurde

Die Anschäge von Paris sind noch nicht lange her, schon werden wieder verschiedenste Säue durchs Dorf getrieben. Die einen wollen noch mehr Vorratsdatenspeicherung, was das bringen soll und warum wir nach einem „Anschlag auf die Freiheit“ weniger Freiheit brauchen, ist mir zwar nicht ganz so klar, aber in diesen Kreisen ist es wohl üblich, jeden Anschlag für noch mehr Sicherheitsgesetze zu missbrauchen. Weil: Viel hilft viel. Bekanntlicherweise.

Da hofft man auf die Medien, dass diese vielleicht etwas differenzierter herangehen und erklären, warum alle Welt Frankreich ist, wenn hier Leute sterben, aber die ganze Welt nie Syrien ist, wenn dort viele Menschen sterben. Oder warum die ganze Welt nicht Flüchtling ist, wenn überall Nazis Unterkünfte anzünden. Aber egal, die Medien, jaja, durch bloßen Zufall bin ich heute Mittag über einen Beitrag des ARD Mittagsmagazins gestolpert, der aus die Privatsphäre schützenden Anwendungen für Smartphones plötzlich „dark apps“ macht. Vermutlich dachte sich wer in der Redaktion, dass er schon mal von diesem „dark net“ gehört hat und dass der Begriff doch super passen würde. Noch ein paar US-Terrorexperten und Hardliner reingeschnitten, gepaart mit einem nicht vorhandenen Technikverständnis und schlechten Schnitten, fertig ist der schlechte Beitrag:

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/mittagsmagazin/videos/dark-apps-fuer-terroristen-100.html

Ich habe mich genötigt gefühlt, eine Mail zu schicken:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Verwunderung staunte ich heute nicht schlecht über den Beitrag über Anwendungen, die die Privatsphäre der Nutzenden schützen. Diese wurden als „dark apps“, was auch immer das sein mag, bezeichnet und als Ursache nicht aufklärbarer Anschläge dargestellt.

Dass es aber gerade in Zeiten ausufernder Grundrechtsverletzungen durch BND und NSA gerade gebotene Bürgerpflicht ist, die freie Meinungsäußerung ohne Angst vor Überwachung auszuüben und damit demokratische Werte zu schützen, was leider nur noch mit verschlüsselter Kommunikation möglich ist, wird nicht erwähnt. Auch dass Dissidenten in totalitären Regimes durch diese Anwendungen erst eine sichere Kommunikation ermöglicht wird, die ihr Leben schützt, wird nicht erwähnt. Auch dass Edward Snowden genau diese Apps wie „Signal“ empfiehlt, auch keinerlei Erwähnung:

https://theintercept.com/2015/11/12/edward-snowden-explains-how-to-reclaim-your-privacy/

Sind öffentlich-rechtliche Medien nicht der Neutralität verpflichtet? Warum so ein tendenziöser Bericht? Genau so gut hätte ihr Beitrag über „dark bread“, der Mahlzeit von 99% der Terroristen lauten können, oder „dark cars“, Autos die Waffen transportieren oder „dark roads“, Straßen auf denen „dark cars“ mit Waffen darin fahren.

Ich würde mich in Zukunft über bessere technische Berichte freuen, gerade wenn die Zielgruppe eher eine ist, die damit nicht so affin ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ob es was bringt? Vermutlich nicht, steht doch sicher eine politische Agenda dahinter. Aber stehen lassen konnte man so einen Beitrag nun auch nicht.

Saftiges Dinkel-Roggenschrot-Brot

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Nachdem ich ja schon ausreichend darüber geschrieben habe, wie mich das Brotbackbuch Nr. 1 zum Brotbacken gebracht hat, hier nun eine meiner Kreationen. Ein saftiges Dinkel-Roggen-Brot auf Sauerteig Basis. Für eine große Kastenform braucht ihr:

    Sauerteig:
  • 360 g Roggenmehl 1150
  • 360 g Wasser
  • 50 g Anstellgut vom Roggensauerteig
    Brühstück:
  • 200 g Roggenschrot
  • 200 g heißes Wasser
  • 15 g Salz
    Hauptteig:
  • Sauerteig
  • Brühstück
  • 200 g Dinkelmehl 630
  • 10 g Salz
  • Haferflocken zum Bestreuen

Backzeit etwa 60 Minuten.

Die Zutaten für den Sauerteig gut verrühren und etwa 15-20 h gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat.

Zutaten für das Quellstück mischen (Schrot mit dem heißen Wasser übergießen und mit dem Salz gut verrühren) abkühlen lassen und über Nacht in den Kühlschrank.

Für den Hauptteig den Sauerteig und das Brühstück mit den restlichen Zutaten vermischen und etwa zehn Minuten kneten. Das Gefäß abgedeckt in einen auf etwa 30-40 Grad vorgeheizten Ofen stellen (Vorsicht, nicht zu heiß, lieber weniger Hitze) und eine Stunde gehen lassen. Ihr solltet nun schon deutlich Blasen im Teig sehen können.

Den Teig anschließend in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben und das Spiel mit dem Ofen wiederholen. Diesmal etwa 40 Minuten bei niedrigen Temperaturen gären lassen.

Nehmt nun das Brot aus dem Ofen, besprüht den Teig mit einem Blumenbefeuchter und streut die Haferflocken nach Geschmack auf den Teig.

Stellt nun eine Lasagneform auf den Boden des Ofens, am Besten aus Metall, und darüber ein Blech. Verteilt 300-400 ml Wasser auf beide Gefäße und heizt den Ofen auf 275 Grad auf. Wenn euer Ofen die Luft besser umwälzt oder sogar abführt, braucht ihr vermutlich deutlich mehr Wasser als ich.

Ist der Ofen vorgeheizt, die Kastenform auf einem Rost auf die mittlere Schiene des Backofens stellen. Vorsicht beim Öffnen des Ofens, es kommt sehr viel heißer Dampf heraus. Nach zehn Minuten entfernt die Gefäße mit dem Wasser (Vorsicht!) und senkt die Ofentemperatur auf 210°C. Dabei den Teig nochmal mit dem Blumenbefeuchter gut befeuchten. Nach etwa 30 Minuten enfernt ihr die Kastenform und das Backpapier und stellt das Brot zurück auf den Rost für weitere 10 Minuten. Die letzten 10 Minuten der Backzeit öffnet ihr die Ofentüre einen kleinen Spalt. Das hilft dabei, dass die Kruste des Brotes schön knusprig (rösch) wird. Das Brot abkühlen lassen und genießen.

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Faszination Brotbacken

Ich habe schon länger gerne gebacken. Fladenbrote und Pizzateige waren einer häufigen Teigoptimierung unterzogen. Aber ich war damit eigentlich nie zufrieden und auch der Pizzastein für den Ofen brachte zwar Verbesserungen, aber geschmacklich war ich noch weit von dem entfernt, was ich eigentlich im Kopf hatte. Auch stellte ich einen langsamen Trend fest, dass immer weniger Bäckereien handwerklich gut arbeiten und immer mehr auf Fertigmischungen setzen. Es gibt nur noch wenig Bäckereien, die noch ursprüngliches Brot backen. Das ist schade. Doch mit dem Wissen, das ich man sich aneignen kann, kann man weiter lecker Brot essen und lernt sogar noch was. Ist das nicht toll? 😉

Es vergingen noch ein paar Jahre bis das Interesse wieder aufflammte und ich nach kurzem Stöbern mir das Brotbackbuch Nr.1 von Lutz Geißler bestellte. Beim ersten Mal durchblättern wusste ich, dass die Wahl eine gute war und ich wurde mit Tipps für gutes Backen beworfen so dass ich gleich loslegen musste. Die wichtigste Erkenntnis vor dem ersten Backen? Man braucht Dampf, viel Dampf, nicht eine Tasse mit Wasser in den Ofen stellen, nein, ein Blech mit Wasser und am besten Lavasteine oder große Edelstahl Schrauben drauf, damit die Oberfläche vergrößert wird. Aha, Dampf also. Und wenig Hefe. Sehr wenig Hefe im Vergleich zu dem, was ich früher immer ausprobiert habe. Statt 40g Hefe auf 500g Mehl, nehme ich jetzt 5g oder weniger. Geschmacklich eine ganz andere Klasse und Ofentrieb ist durch langsam geführte Teige erste Klasse.

Gesagt getan, erste Versuche mit den Morgenbrötchen aus dem Buch:

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Schon ganz ansehnlich für den ersten Versuch und der Geschmack war einzigartig. Sowas bekommt man nur noch bei ganz wenigen Bäckereien, sollte man diese Brötchen kaufen statt selber backen wollen. Und der Geruch in der Küche, ein Traum. Wenn man die Teigverarbeitungstechnik erst mal übt, die Gärbläschen im Teig hält und nicht herausknetet, werden sie grandios:

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Immer noch nicht so ganz wie im Buch des Backprofis, aber meine Augen sind erstmal zufrieden. Meine Experimentierfreude war damit aber nicht gestoppt, es folgten Toastbrote, Weizenbrötchen, Mischbrote und Laugengebäck, das man ja nur schwer vegan bekommt bei normalen Bäckern, wegen der Butter oder des Schmalzes. Der Umgang mit Lauge in der Küche ist immer einer, der Respekt und Freude vereint, man will ja schließlich nicht die Augen verätzen aber sicherlich was leckeres danach essen :)

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Der letzte Schritt vor dem Sauerteig waren Baguettes, die mich schon immer geschmacklich sehr fasziniert haben. Selbst Baguettes zu machen, ist also ein wenig die Erfüllung eines Traumes. Der erste Versuch das Rezept aus dem Buch nachzubacken, ist so gut geworden, dass ich schon davon sehr angetan war:

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Vom Geschmack begeistert, war der Weg zum Sauerteig natürlich nicht mehr weit. Und so musste Sauerteig angesetzt werden. Hätte ich mal das Buch ausführlich gelesen, hätte ich kein Youtube-Video anschauen müssen und der Weg wäre vermutlich weniger steinig gewesen. Aber wenn der Sauerteigstarter erst mal fertig ist und man das Füttern geübt hat (Auch das Umziehen in immer saubere neue Gefäße muss geübt werden), dann steht einem Sauerteigbrot, welches gänzlich ohne Hefe auskommt nichts mehr im Wege:

Dinkel-Weizen-Roggenbrot:
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Roggenbrot:
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Räuchertofu-Paprikabrot:
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Mediterranes-Weizenbrot mit Oliven:
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Der letzte Streich war der Versuch aus dem bisherigen Wissen, ein Kürbisvollkorn-Sauerteigbrot zu backen und vom Ergebnis bin ich schon sehr zufrieden:

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Ich kann es allen nur empfehlen, die gerne selbst Brot backen wollen, sich damit auseinanderzusetzen und evtl auch dieses Brotbackbuch zu kaufen. Der Autor hat viele weitere Rezepte und Informationen auf seinem Blog.

Updates zum XPS13(2015)

Im Mai habe ich meine bisherigen Erfahrungen zum Dell XPS13 (2015) aufgeschrieben. Ich möchte nun, fast drei Monate später, ein paar Updates bringen.

Ich bin immer noch sehr zufrieden mit dem Laptop, aber es gibt auch Dinge die mich stören. Z.B. verwendet Dell offenbar billige Elektronik, so dass es schon mal (recht oft) vorkommt, dass Kondensatoren Pfeifgeräusche von sich geben. Es ist, habe ich gelesen, nicht so schlimm wie bei den älteren XPS-Modellen, aber wenn der Raum leise ist, dann hört man es mit einigermaßen guten Ohren schon recht deutlich. Ein Problem, welches es in dieser Preisklasse eigentlich nicht geben müsste, würde Dell nicht die letzten Cent-Beträge sparen wollen und stattdessen auf Qualität setzen.

Seit Linux 4.1.3 läuft die komplette Hardware out of the Box, Sound und Mikrofon funktionieren tadellos und der Idle-Stromverbrauch liegt bei wunderbaren 3-3,5 W was schon deutlich besser ist als mit 3.X und 4.0-Kerneln aber mit Features wie PSR noch unter 3 W gedrückt werden kann. Leider sind die Treiber noch nicht so weit und wenn man PSR aktiviert, flackert der Bildschirm öfters unkontrolliert, was beim Arbeiten dann doch stört.

Das Gewicht des Laptops ist wahrlich unschlagbar und macht sich in meinem Rucksack auf dem Arbeitsweg kaum bemerkbar. Ich muss natürlich sagen, dass das ein Kaufgrund war, aber so angenehm habe ich ein Laptop mit dieser Leistung und Bildschirmgröße noch nie transportiert. Hier bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden!

In den letzten Monaten hat sich also einiges getan und in Sachen Stromverbrauch ist sicher auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ich freue mich schon auf Linux 4.2 und 4.3. und verbesserte OpenGL-Unterstützung.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Dell XPS13(2015) Developer Edition

Nach der großen Odyssee das Laptop zu bestellen (mittlerweile kann man die Developer Edition direkt von der Produktseite kaufen, indem man auf weiter klickt und sich Modelle 8 und 9 ansieht), habe ich meinen FHD XPS13 mittlerweile erhalten und konnte schon ein wenig Erfahrungen damit sammeln.

Zur Hardware wurde ja schon genug geschrieben, so dass ich mir das hier sparen werde und nur auf meine Erfahrungen im Zusammenspiel mit aktuellen Linux-Distros eingehen werde.

Zur vorinstallierten Ubuntu-Installation kann ich nicht viel sagen, da ich als Arch-Nutzer keine Lust hatte, wieder zu Ubuntu zurückzugehen. Eins jedoch: Die Dell-Wiederherstellungsroutine, die ein Image auf einem externem Speichermedium erzeugt, funktioniert beim First-Boot-Wizard nicht, was ich schon etwas nervig fand, da es das Erste ist, was einem entgegen kommt. Ich habe gelesen, dass sie funktioniert, wenn man sie nach dem Abschluss der Installation separat aufruft. Hab ich aber nicht ausprobiert.

Anschließend habe ich Antergos installiert, welches mit einem 4.0 Kernel daher kommt. Die meisten Dinge funktionieren erfreulicherweise schon „out of the box“, lediglich ein paar Kleinigkeiten sind noch nervig. Die Soundkarte wird aufgrund der Dellseitigen Verwendung mit unterschiedlichen Kernel-Versionen unterschiedlich initialisiert, so dass es vorkommen kann, dass man gar keinen Sound hat. Diese Diskussion zum kommenden 4.1-Kernel zeigt dies ganz schön. Auch ermöglicht einem der 4.0.2-Kernel noch nicht alle Stromsparfunktionen des Laptops zu verwenden, so dass man im Idle etwa 4,8 W verbraucht, was dennoch schicke 12 Stunden Laufzeit ergibt. Verwendet man einen 4.1-Kernel, der leider mit den angesprochenen Ton-Problemen daher kommt, senkt sich der Idle-Verbraucht auf 3,4 W, was dann zwischen 15 und 18 Stunden Laufzeit bringt, eine beachtliche Steigerung! Hier sollte aber angemerkt werden, dass der Idle-Modus natürlich nur erreicht wird, wenn man das Laptop nicht wirklich benutzt und die potentiellen Laufzeit natürlich nur eine theoretische ist. Dennoch sollte sich Version 4.1 in der Akkulaufzeit deutlich bemerkbar machen.

Um die Probleme mit proprietären Treibern zu umgehen, habe ich zudem die interne Dell-WLAN-Karte (Broadcom-Chipsatz) gegen eine Intel 7265AC getauscht, die im offiziellen Linux-Kernel unterstützt wird. Bis auf ein paar kleine Probleme mit älteren Kernel-Versionen läuft die Karte wunderbar. Ab 4.1 sollte sie dann völlig unterstützt werden.

Das Touchpad machte zu Beginn auch noch ein paar Probleme und war eigentlich kaum benutzbar. Verwendet man diese config-Datei für synaptics, sind die meisten Probleme schon mal weg. Auch das wird sich sicher in Zukunft noch verbessern. Die Hardware ist ja doch noch recht neu.

Das FHD-Display ist super und die Auflösung besser als ich erwartet habe. Man sieht nur mit Anstrengung Pixel und die Schrift ist doch schon recht klein, so dass die QHD-Version für mich völlig unnötig erscheint. Aber schon allein wegen des matten Displays würde ich jederzeit wieder zur FHD-Variante greifen.

Sieht man von den Problemen ab, die wohl jede komplett neue Hardware hat und ersetzt man die verbaute WLAN-Karte mit der Intel-Karte, hat man mit dem Laptop schon recht viel Spaß mit aktuellen Distributionen. Für Arch gibt es auch einen Kernel im AUR, der alle bisherigen Patches mitbringt. Dieser läuft hier, schaltet man die PSR-Option aus, wunderbar. Ich freue mich allerdings schon auf die Stromsparfunktionen in 4.1 und später.

Ein Fall für den Verfassungsschutz?

Es ist mal wieder soweit. Die Union, federführend wenn es um verfassungswidrige Gesetze geht, kritisiert den Einfluss des Bundesverfassungsgerichts. Es mische sich zu sehr in politische Fragen ein. Ach so? Das ist deren verdammter Job! Was muss ich eigentlich gegessen haben, dass ich mich darüber aufrege, dass das Bundesverfassungsgerichts mich zu oft kritisiert? Man könnte es als Hinweis sehen, dass die eigene Politik vielleicht hier und da verfehlt ist und dass man evtl. etwas ändern sollte. Aber man kann es natürlich auch wie die Union machen und einfach das Grundgesetz ändern wollen, um den Einfluss des Bundesverfassungsgerichts einzuschränken. Macht am meisten Sinn. Nicht!

Gericht hält Hamburger Gefahrengebiete in großen Teilen rechts- und verfassungswidrig

Wer noch nichts davon gehört hat oder eine Erinnerung an das letzte Jahr braucht, findet auf Wikipedia eine gute Zusammenfassung der Geschehnisse.

Mordor

Auch der kreative Protest ließ nicht lange auf sich warten:
Klobürste

Nun hat das Oberverwaltungsgericht erhebliche Zweifel an der rechts- und verfassungsmäßigkeit der Maßnahme angemeldet. Auch sehe es die Verhältnismäßigkeit nicht als gegeben. Die Stadt wird sich im Mai wohl eine große Schlappe abholen. Hoffen wir mal, dass die SPD daraus lernt.

Wenn ich noch einmal Vorratsdatenspeicherung höre

Nun ist es wieder einmal so weit. Die SPD verrät schon wieder ihre Wähler und die Bürger des Landes und lässt sich von der Union nun doch zur Vorratsdatenspeicherung durchringen. Warum sollte man euch genau nochmal wählen? Ach so, wisst ihr selber nicht mehr, verstehe schon. Dass die Vorratsdatenspeicherung nichts bringt, kann man unseren Betonschädeln auch tausend mal erklären, interessiert eh niemanden. Brauchen wir aber dringend. Für was? Achso Terror und Kinderpornografie. Klar wie immer also. Echte Argumente für die Vorratsdatenspeicherung gibt es eh nicht, also braucht es wieder die emotionale Schiene. Kennt jemand tatsächlich echte Gründe dafür? Ich nicht. Außer eine Drohkulisse der ständigen Überwachung aufzubauen, hilft die Vorratsdatenspeicherung ja eh nichts. Und anstatt dass Deutschland mal Vorreiter bei digitalen Dingen wird, z.B. durch Abschaffung der Störerhaftung *hust* oder Einschränkung der Massenüberwachung durch BND und NSA. Nene, lieber Law-and-Order-Politik vom Feinsten. Und nein Herr de Maizière, breite Unterstützung aus der Bevölkerung bekommt man für wohlweislich verfehlte Politik sicherlich nicht. Aber könnt ihr ja bei TTIP alles besser machen. Bestimmt, oder so ähnlich.

Dell und die Linux Sache [Update 14:56]

Nachdem mein treues NC10-Netbook von 2009 so langsam das Zeitliche segnet und ich jede weitere Investition in es als raus geworfenes Geld betrachte, machte ich mich auf die Suche nach einem Nachfolger. Ein wenig mehr auf der Brust haben sollte es allerdings schon. Gesagt getan fiel mein Blick recht schnell auf das Dell XPS-13 von 2015, nach vielen Testberichten sogar ein würdiger Konkurrent für Apples Machbook Air und auch an sich ein sehr schönes Ultrabook. Dell bietet es auch mit Ubuntu statt mit Windows an, was für mich als freie-Software-Liebhaber ein großer Pluspunkt ist. Kein Geld für Microsoft-Produkte ausgeben, die ich eh nicht brauche, super! Dachte ich zumindest.

Dann kam Dell. Die Osteraktion, die 100€ Rabatt mitbrachte gab es natürlich nur für die Windows Modelle, so dass man für dieselbe Ausstattung für das Windows Modell (i5, FHD, 256GB SSD) 999€ zahlen musste, für die Linux-Variante 1069€. Da fragt man sich, warum man für weniger mehr Geld zahlen soll. Auf dem Blog des Leiters des Dell Linux Programms Sputnik, Barton George, bekam man zu lesen, dass die Linux-Variante leider zu spät herauskam und in der Osteraktion noch nicht berücksichtigt werden konnte. Ok, dumm gelaufen, passiert. Momentan hat Dell ja eine 7%-Rabattaktion auf alle XPS und Inspiron-Modelle. Super dachte ich mir, zumindest ein wenig Rabatt. Aber nein, die 7%-Rabatt funktionieren nicht auf die Developer-Edition, also die mit Linux, weil sie für Geschäftskunden angeboten wird und man da offenbar keine Gutscheine verwenden kann. Komisch nur, dass es in Frankreich geht und das obwohl laut dem Dellhilft Twitter-Account, die Modelle auch für Geschäftskunden angeboten werden. Inkl. der um einen Prozentpunkt höheren Mehrwertsteuer in Frankreicht ist die Linux-Variante dort aber 40€ billiger als in Deutschland und man kann den 7%-Gutschein verwenden, was einen Preisunterschied zur deutschen Variante von satten 112€ macht. Was fast 10% des Gesamtpreises sind. Und nein, man kann nicht die Windowsvariante kaufen und die Lizenz zurückgeben. Das wäre zu einfach nämlich.

Die Krone setzt dem Ganzen aber noch der Ethernet/HDMI/DVI-USB-Adapter auf, der zum XPS-13 angeboten wird, aber gar nicht von Linux unterstützt wird.

Man bekommt den Eindruck, dass Dell gar keine Linux-Rechner in Deutschland verkaufen will und ich habe auch so langsam gar keine Lust mehr mein Geld einer Firma zu geben, für die Kunden, die kein Windows nutzen, keine vollwertigen Kunden sind. Es tut mir ja schon ein wenig für Barton George leid, der sich reinhängt, damit Linux auf den Dell-Rechnern funktioniert, aber sowas kann ich echt nicht gut heißen.

[Update 14:56] Geht man nicht über die Dell Seite und benutzt den Konfigurator, dann bekommt man das Privatkundenangebot hier. Total einleuchtend, nicht! Aber danke an den Chat :)

How to enable XEP-0313 and XEP-0237 in ejabberd 15.03

I’m running my own ejabberd XMPP-Server on lebsanft.org and I’m using conversations as XMPP client on my android smartphone. By default my ejabberd instance didn’t have support for XEP-0313 and XEP-0237. So I set out to fix this. The latest ejabberd version 15.03 supports easy installing modules by using ejabberdctl. First you have to update the available packages by running:

ejabberdctl modules_update_specs

and then by running:

ejabberdctl modules_available

you can get a list of available modules. To install mod_mam which provides XEP-0313 support run:

ejabberdctl module_install mod_mam

After this, you can enable it by adding the following line to the module list in ejabberd.yml:

mod_mam: {}

Unfortunately the 15.03 version has a bug in loading external modules. You have to apply this patch first and recompile ejabberd:

https://github.com/processone/ejabberd/commit/8b23727cc6db571b9d1dcc6119e39a602fe37279

Stopping and starting the server after recompiling should make XEP-0313 available.

For XEP-0237 to work, you have to change the following in ejabberd.yml:

mod_roster: {}

to

mod_roster:
versioning: true

Stopping and starting the server after this should make XEP-0237 available.