Objektive selbst reparieren. Aktueller Stand: Panda vs. Objektiv 0:1

Mein 50mm-Objektiv hat vor ein paar Monaten den Geist aufgegeben, der Autofokus funktionierte von einem Moment zum anderen nicht mehr. Die Reparatur kostet etwa 200€. Deswegen habe ich diese auch ewig vor mir hergeschoben. Im Winter komme ich ja eh nicht so viel zum Fotografieren von Menschen und für die anderen Bereiche habe ich ja entsprechende andere Lieblingsobjektive. Da nun aber der Frühling schon zu Gast ist und die Fotosaison bald wieder beginnt, war Not am Manne und da ich im Netz über entsprechende Anleitungen gestolpert bin, dachte ich mir, dass es ja nichts zu verlieren gibt und habe also angefangen das Objektiv selbst zu reparieren. Auseinanderbauen war auch kein Problem, kleine Schraubenzieher hatte ich zum Basteln ja eh schon. Am Ende angekommen, muss man ein Teil geradebiegen, damit es wieder richtig sitzt. Jedoch habe ich zu fest gedrückt und warte jetzt auf ein Ersatzteil, was mit etwa 50€ jedoch immer noch viel billiger ist, als die Reparatur beim Fachmann, der allerdings ja auch nichts anderes macht. Ärgerlich aber ich bin guter Dinge, dass danach alles wieder funktioniert. Wenn nicht habe ich zumindest das Objektiv von innen gesehen ;)

Warum Open Source toll ist

Vergangene Woche war ich auf der Suche nach einem Smartphone für meine Freundin. Bei einem Budget von 150€ findet sich da leider immer noch nichts wirklich tolles, wenn man nichts gebrauchtes kaufen will und man ein Größenlimit vorgegeben bekommt. Meine Wahl fiel dann nach etwas Recherche auf das Galaxy S3 Mini von Samsung, das mittlerweile für etwa 140€ zu haben ist. Würde es CyanogenMod nicht geben, wäre man bei Android 4.1.2 stecken geblieben, doch Dank der Mühe der Community, kann man sich die neueste Android-Version 4.4.2 in Form von CyanogenMod 11 auf das Handy holen und bekommt für kleines Geld ein passables Smartphone mit allen Features des aktuellen Android Releases. Danke an alle die das möglich machen :)

Leider funktioniert noch nicht alles wie ich mir das wünschen würde, die Recovery unterstützt z.B. noch keine Verschlüsselung und der Lockscreen hat noch ein paar Glitches, aber das wird sich mit der Zeit sicherlich geben.

Von der Verfassungsfeindlichkeit der Regierung

Was macht man als Union, wenn das Bundesverfassungsgericht einem die ganzen schönen Gesetze, die man sich so ausdenkt um die nervigen Bürger ruhig zu stellen, sie zu überwachen, Menschenrechte auszuhebeln, die Demokratie zu schwächen, die eigene Macht auszubauen immer wieder kippt, weil sie der Verfassung widersprechen?

Die Gesetze überdenken? Einsicht zeigen? Zurücktreten? Mitnichten, man ist ja bei der Union. Nein nein, Demokratieverständnis sucht man dort vergebens und so scheint es nicht verwunderlich, wenn aber auch sehr verwerflich, dass nun Politiker der Union die Rechte des Bundesverfassungsgerichtes einschränken wollen. Wo kämen wir da auch hin, wenn die Union die Verfassung achten müsste. Vielleicht sollte der Verfassungsschutz statt den Linken mal die Union und deren Anhänger beobachten.

Warum der letzte Tatort so traurig war

Der letzte Tatort „Der Fall Reinhardt“ (Köln) beschrieb das Scheitern einer Oberschichtfamilie, die das Scheitern nie gelernt hat. Eine Familie die am Versuch den Schein zu wahren zerbrach. Dies gipfelte im Tod der drei Kinder.

Der Plot verspricht also eine Drama erster Güte. Aber der Tod der Kinder war nicht das traurigste. Das traurigste ist auch nicht die Familie, die sich in den Abgrund manövriert, weil sie keine Niederlage akzeptieren kann. Nein, traurig ist das Frauenbild, dass in diesem Film gezeichnet wird. Und das traurigste ist, dass es, wie es scheint keinem aufgefallen ist. Die Kritiken des Films sind durchweg recht positiv und das ist nicht nur traurig, sondern auch erschreckend und alarmierend.

Alle weiblichen Charaktere (vielleicht mit Ausnahme der recht neutral angelegten Jobcenter-Mitarbeiterin) entsprechen einem Klischee, das überholter und widerlicher nicht sein könnte:

Da haben wir zuerst einmal die Studentin und alleinerziehende Mutter. Toll, eine junge aufstrebende Wissenschaftlerin, die der Doppelbelastung Familie und Studium gewachsen ist möchte man meinen, doch weit gefehlt: Das Kind ist nämlich von ihrem Professor und die großzügig bemessene Wohnung gehört ihrem Vater. Sie hat also de facto rein gar nichts geleistet in ihrem Leben.

Dann haben wir noch die Ex-Kollegin des Familienvaters. Auf die Frage wieso dieser denn entlassen wurde entspann sich folgender Dialog. „Rationalisierung, es hat viele damals getroffen.“ „Aber Sie durften bleiben.“ „Geschenk der Quote.“ Sie hätte ja auch antworten könne, dass eben auf die besten und fähigsten Arbeitskräfte nicht verzichtet werden kann. Aber nein, sie hat ihren Job einzig der Quote zu verdanken und wäre sie keine Frau wäre sie sicher ebenso entlassen worden.

Und zu guter Letzt die Hauptrolle: Die Mutter der Familie. Und damit ist ihr Charakter auch schon völlig erzählt. Sie ist Mutter. Ohne Interessen, Hobbies und Talente. Damit nicht genug, so war es ihr offenbar sehr wichtig die Arbeitslosigkeit ihres Mannes zu vertuschen und den Lebensstil aufrecht zu erhalten. Aber selbst etwas dafür zu tun kam ihr offenbar nie in den Sinn. Aber nicht nur ihr, auch den Herrn Kommissaren nicht, die den finanziellen Absturz im Detail nachvollziehen. Ist die Frage wieso nicht einfach sie arbeiten ging, ob sie denn was gelernt hätte, oder ob denn nicht ein Aushilfs- oder Putzjob wenigstens eine Option gewesen wäre um den Sturz etwas zu bremsen, wirklich so abwegig?

Ansonsten tauchten keine weiteren weiblichen Figuren auf. Die im Vorgänger ermordete Franziska wurde durch einen jungen und kompetenten Mann ersetzt, dem die Unfähigkeit seiner Kollegen Respekt und Anerkennung zu zeigen offenbar völlig egal ist. Die im Film zu Beginn angesprochene Psychologin entpuppt sich ebenfalls als Mann und neben den Kommissaren bleibt so nur noch die Rolle des Familienvaters, dessen überbordende Männlichkeit auch schon ziemlich dicht an der Satire streift.

Und eben eine solche hätte ich bei dieser Figurenkonstellation auch erwartet. Und keine Tragödie, mit dem Anspruch ein Spiegel der Gesellschaft zu sein.

Aber vielleicht ist die Gesellschaft gar nicht so weit von der im Film gezeigten entfernt, wie sonst kann man sich die positive Resonanz erklären? Wieso merkt niemand was für ein Frauenbild hier gezeichnet wird?

Informationen zur Veggiekarte hinzufügen

Ein paar werden sie schon kennen, mein aktuelles Projekt: http://www.veggiekarte.de/. Eine OpenStreetMap-basierte Karte, die alle veganen Lokalitäten prominent darstellt. Doch wie kann man nun selbst sein Lieblingscafé oder -restaurant eintragen? Dazu müsst ihr euch, solltet ihr noch keinen OpenStreetMap-Account haben, auf https://www.openstreetmap.org/ gehen, rechts oben auf “Registrieren” klicken und ein Benutzerkonto erstellen.

Nachdem ihr das gemacht habt, geht ihr an den Ort wo sich das Café/Restaurant befindet und klickt auf das grüne “Bearbeiten” links oben. Das bringt euch in den iD-Editor, der direkt im Browser läuft. Wenn ihr noch nie editiert habt, solltet ihr euch vielleicht die Einleitung ansehen, sonst klickt auf “Jetzt bearbeiten”. Jetzt gibt es zwei Fälle:

1. Das Café/Restaurant befindet sich schon in der Datenbank und wird bereits auf der Karte angezeigt. Dann klickt ihr auf den entsprechenden Marker auf der Karte, der das Café/Restaurant symbolisiert. Im linken Teil solltet ihr dann ein blaues Menü mit dem Titel “Alle Tags (x)” sehen, klappt das auf, klickt auf das große Pluszeichen und tragt auf der linken Seite “diet:vegan” ein und auf der rechten “yes”. Bei rein veganem Angebot muss statt dem “yes” ein “only” rein. Anschließend müsst ihr nur noch oben auf speichern klicken und schon ist alles fertig. Das war gar nicht so schwer, oder?

2. Das Café/Restaurant befindet sich noch nicht in der Datenbank und wird folglich auch noch nicht auf der Karte angezeigt. Dafür sind im Vergleich zu Punkt eins noch ein paar kleine Vorarbeiten notwendig. Wählt oben im Editormenü “Punkt” aus und klickt anschließend auf den Ort in der Karte wo sich das Café/Restaurant befindet. Wählt dann in der Auswahl links um was es sich handelt. Café oder Restaurant gibt es schon als Auswahl. Füllt Name, Küche und Anschrift aus und folgt danach Schritt 1.

Ab sofort könnt ihr OpenStreetMap editieren. Vielleicht könnt ihr ja sogar noch mehr auf der Karte verbessern, die Möglichkeiten sind grenzenlos. Eine Übersicht über gängige Tags bietet auch das OpenStreetMap-Wiki. Ein deutsches Forum gibt es auch.

Warum ich mich für Threema entschieden habe

In der letzten Zeit gibt es vermehrt Diskussionen über Alternativen zu Whatsapp oder Verschlüsselung allgemein. Das ist in meiner Peer-Group nichts außergewöhnliches, doch diesmal finden diese Diskussionen auch außerhalb des Nerd-Mainstreams statt. Menschen die sich normalerweise nicht damit beschäftigen beginnen Fragen zu stellen, Technik zu hinterfragen und Alternativen zu suchen. Dabei werde ich auch manchmal gefragt, was ich denn benutzen würde und warum.

Bisher nutzte ich Kontalk, da es für Android verfügbar und quelloffen war. Der größte Negativpunkt daran ist aber, dass es momentan nicht für iOS verfügbar ist und somit eine Vielzahl meiner Kontakte ausschließt. Letztes Jahr habe ich deswegen Geld in den Hut der Heml.is-Entwickler geworfen, die eine einfache Software für Android und iOS versprachen, die sichere verschlüsselte Kommunikation bieten soll und die verwendete Kryptoroutinen offenlegt. Bisher ist da aber leider noch nichts dabei herausgekommen und ich befürchte, dass die erste große Wechselwelle verpasst wurde.

Die grundlegenden Faktoren für meine Entscheidung bezüglich eines Messengers sind Sicherheit, Überprüfbarkeit der Verschlüsselung, Plattformunabhängigkeit und natürlich Vertrauen in die Softwarehersteller.

Der wichtigste Punkt bei Kryptografie ist das Einsetzen bereits getesteter Verfahren, die quelloffen sind, und somit sie von unabhängigen Expertinnen überprüft und nachvollzogen werden können. Dies ist auch ein Grund warum ich mich gegen Telegram entschieden habe. Die Macher betonen zwar immer, dass ihre Verschlüsselung dokumentiert ist und offen liegt, verwenden aber selbst zusammengebastelte Verfahren, die in dieser Kombination noch nie getestet wurden. Kann sicher sein, muss es aber nicht und da es bereits gute Software, wie z.B. die NaCl-Bibliothek von Krypto-Koryphäen gibt, macht das die Entscheidung etwas eigenes zu bauen, nur noch fragwürdiger und erzeugt zumindest bei mir kein großes Vertrauen. Auch ein halbherziger Krypto-Contest kann da an meinem Bauchgefühl nichts verbessern.

Threema setzt auf die bereits erwähnte NaCl-Bibliothek und ist auch nach Untersuchungen von niederländischen Studenten gut gebaut und sicher, wenn man ein paar Rahmenbedingungen erfüllt. Ich würde an dieser Stelle natürlich auch zu einer Komplettverschlüsselung des Smartphones raten, damit auch andere private Daten geschützt sind.

Weiter gibt es Threema sowohl für iOS als auch Android, andere Plattformen sind leider momentan nicht geplant, wenn auch der größere Ansturm in den letzten Wochen vielleicht ein Umdenken erreichen könnte. Auch ein Desktop-Client ist in Planung, wann es den aber geben wird, ist noch nicht bekannt.

Ein weiterer Faktor ist natürlich das Vertrauen in die Entwickler der Software. Das Telegram-Geschäftsmodell finde ich ein wenig seltsam, da es momentan darauf baut, das Geld, welches vom Entwickler des russischen sozialen Netzwerkes vKontakte kommt, aufzubrauchen und sich, sollte das Geld irgendwann ausgehen, dann um neue Finanzierungsmöglichkeiten zu kümmern. Threema hingegen setzt auf eine kostenpflichtige Anwendung, so dass ich zumindest sehen kann, womit sie ihre Server-Infrastruktur bezahlen. Auch ein Podcast mit dem Hauptentwickler macht die Software für mich deutlich sympathischer als die Alternativen.

Natürlich gibt es auch Kritik an Threema. Der Code für die Verschlüsselung verwendet zwar mit NaCl eine verdiente und gute Bibliothek für die Verschlüsselung, ist nach Überprüfungen auch als sicher einzustufen, jedoch könnte es dennoch Fehler bei der Implementierung geben. Wie im Podast schon besprochen wird, ist die Hauptbefürchtung momentan noch, dass die Server-Infrastruktur, sollte der Code komplett offenliegen, von Drittanbieter-Anwendungen kostenlos genutzt werden kann. Dennoch sollten sich die Threema-Entwickler ihre eigene Idee, zumindest den Krypto-Code offen zu legen, zu Herzen nehmen, damit dieser Kritikpunkt aus der Welt geschafft werden kann.

Ich denke, mit Threema momentan auf das richtige Pferd gesetzt zu haben und freue mich, dass meine Kontaktliste kontinuierlich wächst. Je mehr verschlüsselte Kommunikation, desto besser!

Kurzreview Donkey Kong Country Tropical Freeze

Nachdem schon Donkey Kong Country Returns auf der Wii zu den besten und auch schwersten Spielen für die Wii zählten, konnten wir nicht umher und auch den Nachfolger für die Wii U, Donkey Kong Country Tropical Freeze, zu kaufen.

Gesagt getan erwartete uns eins der bisher schönsten Spiele für die Wii U. In jedes Level wurde so viel Liebe zum Detail gesteckt, die Bewegung der Figuren, die Gesten der Gegner und die Endgegner. Der orchestrale und grandiose Soundtrack runden das Gesamtpaket ab.

Das Spiel ist gefühlt ein weniger leichter als Donkey Kong Country Returns, spielt sich aber auch dank der genaueren Steuerung deutlich einfacher. Wenn man direkt von Mario kommt, wird man sich zuerst ein wenig schwerer tun, da die Physik der Figuren doch komplett anders ist. Ist man aber erst mal drin geht es.

Auch gibt es diesmal nur 6 Welten, verglichen zu den 8 in Returns, aber die deutlich längeren Level und die tolle Grafik gleichen das mehr als aus. Auch neu sind diesmal Geheimausgänge wie man sie aus Mario Spielen kennt.

Auch gibt es einen Level, der so gar nicht zu Donkey Kong passt, aber an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten, lasst euch überraschen.

Auf jeden Fall kann man das Spiel uneingeschränkt weiterempfehlen. Es macht Spaß, es fordert im Vergleich zu Mario Spielen deutlich mehr, ist leider wie Super Mario Bros U in manchen Leveln überhaupt nicht multiplayertauglich, aber das Gesamtpaket ist bisher auf einem Level wie Rayman Legends.

Einflussnahme der Politik auf die Polizei und mangelnde Rechtsstaatlichkeit in Deutschland

Erinnern wir uns an den 30.9.2010. Die Polizei räumt in ungewohnter Härte den Stuttgarter Schlossgarten. Polizisten verlieren die Kontrolle über sich selbst und prügeln wahllos auf friedliche Demonstranten ein. Nun stellt sich heraus was schon viele vermuteten. Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, hat den harten Polizeieinsatz befohlen:

Ein “Softkurs” sei nicht anzustreben, heißt des demnach darin. Das Innenministerium folgert: “Die genannten Notizen könnten als Anhaltspunkte für eine mögliche politische Einflussnahme oder Einflussnahmeversuche auf den Polizeieinsatz am 30.09.2010 gewertet werden.” Politische Argumente, heißt es, hätten Vorrang vor fachlichen gehabt. Dies hatte der damalige Stuttgarter Polizeipräsident Siegfried Stumpf immer verneint. Mappus äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Nach den fragwürdigen Umständen bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den SPD-Politiker Edathy, nun wieder ein Fall, der einen an der Existenz eines Rechtsstaat in Deutschland zweifeln lässt. Es wird Zeit, schärfere Kontrollen einzurichten um wieder mehr Rechtsstaatlichkeit gewährleisten zu können. So wie es jetzt läuft, kann, ja darf, es niemandem recht sein.

Lob für Frontex und die Vorratsdatenspeicherung kommt bald

Ja ist denn schon Weihnachten? So oder so ähnlich muss es auf dem europäischen Polizeikongress gewesen sein. Herr de Maizière verspricht mit abstrusen Gründen, dass die Vorratsdatenspeicherung bald kommt und lobt die Arbeit von Frontex, die seiner Meinung nach völlig zu Unrecht in der Kritik stehe.

Als Reaktion wäre eine Kombination aus Gernot Hassknecht und Serdar Somuncu notwendig, diese Schmerzen die man bekommt, wenn man das liest. Und wie jeder neue Innenminister den selben Schwachsinn vom Band lässt, immer und immer wieder. Ein bisschen Realität würde euch echt mal gut tun, nicht zu fassen ist das.