Eine runde Wonne für den Rücken

Da ich die letzten Monate von Schulterproblemen geplagt war, musste ich zur Physiotherapie. Dort hat man mir gut helfen können und ich habe ein wunderbares Hilfsmittel kennengelernt, das in keinem Haushalt fehlen darf ;) Die Pilatesrolle. Mit einfachen Bewegungen kann man damit selbst und ohne großen Aufwand Blockierungen in der Wirbelsäule lösen. Da ich auch damit recht oft Probleme hatte und sich diese Blockaden schnell in Kopfweh umgeschlagen haben, ich aber bisher keine Möglichkeit hatte diese selbst zu lösen, kommt das alles für mich einem neuen Lebensgefühl gleich, einfach klasse :) Natürlich sollte man das nicht ohne professionelle Anleitung machen und ich übernehme auch keine Verantwortung für etwaige Verletzungen :P

Es reicht schon lange

Lieber Onkel Joachim. Es reicht schon lange, schon über ein Jahr wissen wir jetzt, dass Millionen Deutsche überwacht werden, der BND mit der NSA bereitwillig zusammen arbeitet und auch das Handy von Mutti abgehört wird. Dass da der NSA-Untersuchungsausschuss auch noch überwacht wird, verwundert da jetzt niemanden mehr, außer dich vielleicht. Was muss denn noch passieren, damit wir uns endlich von der Nabelschnur der Amerikaner lösen und als souveräner Staat agieren, der wir eigentlich sein sollten?

Zauberkessel Walsrode

Zu meinem 30. Geburtstag waren meine Freundin und ich in Walsrode wandern. Neben einer kleinen aber schönen Stadt findet man in diesem Ort auch den Zauberkessel. Von außen unscheinbar, von innen in etwa mit der Welser Kuche in Augsburg zu vergleichen, also einem mittelalterlichen Restaurant. Der kleine aber feine Unterschied ist, dass es im Zauberkessel nur vegetarische/vegane Küche gibt, damit aber nicht geworben wird, sondern das Mittelalterliche im Vordergrund steht, was ich sehr positiv finde, da es so potentielle Gäste nicht abschreckt. Innen ist es wirklich sehr schön eingerichtet, die Leute freundlich und das Essen grandios lecker. Jeder der mal, zufällig wohl eher nicht, nach Walsrode kommt oder in der Gegend wohnt sollte mal vorbeischauen, es lohnt sich :)

Blogjubiläum

Heute vor genau 10 Jahren habe ich meinen ersten Blogeintrag geschrieben. Damals war dieser noch eine Kommunikationsplattform zwischen Freunden, jedoch ging es dann schnell zu Themen wie Gentechnik, Softwarepatente, der Aufstieg der Piraten, Onlinepetitionen und vielen anderen Rants über Politik über.

Auf der einen Seite erschreckend wieviel Zeit vergangen ist, auf der anderen liegt eine tolle Zeit hinter mir in der viel passiert ist und in der es viel zu bloggen gab. Auf eine gute Zukunft und liebe Grüße an alle Leserinnen und Leser meines Blogs :)

Anwendungsempfehlungen für Android

Da ich in letzter Zeit immer wieder anderen Menschen Apps aufschwatze, werde ich diese Mal in einem Blogbeitrag zusammenfassen, vielleicht ist es ja auch für einige Leserinnen meines Blogs interessant.

Kommunikation:

1. TextSecure
Ersetzt die Standard-SMS App und schickt, wenn das Gegenüber auch TextSecure oder eine aktuelle CyanogenMod Version verwendet, statt SMS verschlüsselte Textnachrichten. Sollte dies nicht der Fall sein, werden normale SMS verschickt. Die Entwickler wurden von Herrn Snowden extra gelobt und die Anwendung wird offen entwickelt. Kostenpunkt 0€. Problematisch, die noch nicht vorhandene iOS-Version, aber die ist in Entwicklung.

2. Threema
Momentan eine erfolgreiche App, die zusätzlich zu Android auch auf iOS läuft und für Windows-Phone entwickelt wird. Nicht quelloffen, aber durch Verwendung einer offenen Kryptobibliothek (NaCl) und durch mehrere Tests als recht sicher einzustufen. Kostenpunkt günstige 1,60 €. TextSecure ist dennoch zu bevorzugen.

3. K9-Mail
Eine quelloffene E-Mail Anwendung die auch Verschlüsslung über APG unterstützt. Viele Anbieter wie Posteo oder Mailbox werden von Haus aus unterstützt.

Kalender und Kontakte

Damit Kalender und Kontakte nicht bei Google liegen, kann man entweder Owncloud auf dem eigenen Server laufen lassen oder, wenn man das lieber anderen überlässt die das professionell machen, kann man Anbieter wie Posteo oder Mailbox verwenden, die neben einer tollen E-Mailfunktion auch Kalender und Kontaktsynchronisation über Caldav und Carddav anbieten.

Als Apps braucht man dafür entweder Davdroid, welches aber vielleicht nicht unbedingt sehr einsteigerfreundlich ist. Ich verwende dafür Carddav sync und Caldav sync. Auf älteren Androidversionen < 4 benötigt man zusätzlich noch einen Kontakteditor, da der von Google einen Bug hat, der erst später behoben wurde.

Browser:

Firefox
Firefox kennt wohl mittlerweile jeder, aber es gibt noch zwei empfehlenswerte Addons, die bei keiner Firefox-Installation fehlen dürfen:

1. Https Everywhere

Baut zu jeder Seite, die es anbietet, automatisch eine verschlüsselte Verbindung auf.

2. Adblock Edge

Entfernt nervige und aufdringliche Werbung.

Unterhaltung

AntennaPod
Eine tolle quelloffene Anwendung für Podcasts mit Flattr-Integration. Man kann also den Podcast Favoriten gleich in der Anwendung Geld zukommen lassen.

VLC
Der bekannte und beliebte Medienplayer nun auch für Android ;)

Alternativer App-Store

F-Droid
Ein Sammelsurium quelloffener Android-Anwendungen
Wer noch andere sinnvolle und tolle Anwendungen kennt, kann diese in den Kommentaren ergänzen :)

Krautreporter Crowdfunding erfolgreich

Die Crowdfunding-Kampagne der Krautreporter war 11 Stunden vor dem offiziellen Ende überraschend erfolgreich. ich bin gespannt, was dabei heraus kommt :)

Android Custom Roms. Was ist das und warum will ich das haben?

Oder: Wie man eine aktuelle Android-Version auf sein altes Smartphone bekommt.

Nachdem ich in letzter Zeit viel über Verschlüsselungssoftware mit meinen Freunden spreche, kommt es immer wieder darauf zurück, dass Software wie Threema nicht läuft, weil es für die Smartphones, in beiden Fällen ein Samsung Galaxy Ace, kein offizielles Android 4 oder höher gibt, und das Smartphone mit einer alten 2.3er Version von Android auskommen muss.

Da es sich bei Android, das auf dem Linux-Kernel (steuert die Verbindung zwischen Hardware und Software) aufsetzt, größtenteils um freie Software, sprich jede kann sich den Quelltext (wie ist die Software programmiert) ansehen und verändern und wieder veröffentlichen, solange sie die Lizenzen des jeweiligen Projektes einhält, handelt (Dass Google zur Vermeidung der Fragmentierung immer mehr Code in ihren proprietären Apps unterbringt, ist an dieser Stelle kritisch zu erwähnen, da es dies der Community schwierig bis unmöglich macht, diese Anwendungen zu modifizieren und die alten offenen Varianten nicht mehr weiterentwickelt werden.), gibt es z.B. bei XDA-Developers eine riesige Community zu fast allen Smartphones, die aktuellere Versionen von Android auf den jeweiligen Geräten zum Laufen bringt.

Aber was sind nun Custom Roms? Als Custom Rom werden alle Android Versionen bezeichnet, die entweder vom Standardandroid für Nexus bzw. Google-Play-Editionen oder der Android-Version, die vom Hersteller des Smartphones verwendet wird, abweichen. Prominente Beispiele hierfür sind CyanogenMod und Paranoid Android, die beide unterschiedliche Ansätze verfolgen. Des Weiteren gibt es noch endlos viele Varianten, die sich in Zusammensetzung und Features sehr stark voneinander abgrenzen. Hier seien noch Carbon, Slim, Omni und Mahdi erwähnt. Für Liebhaber komplett freier Systeme gibt es für ausgewählte Smartphones auch noch das Replicant-Project, welches ein komplett freies Android zur Verfügung stellt.

Warum sollte ich ein Custom Rom nun der vorinstallierten Version gegenüber bevorzugen. Zum einen zeichnet Custom-Roms aus, dass sie neue Features mitbringen, die die Verwendung des jeweiligen Gerätes vereinfachen und besser machen. Bei Cyanogenmod gibt es zum Beispiel bei den Lautstärkeoptionen eine Funktion namens “Ruhige Stunden”, mit der man die Benachrichtigungen in einem gewissen Zeitraum (z.B. über Nacht) automatisch deaktivieren kann, ohne immer manuell die Lautstärke anzupassen. Seit kurzem kann dasselbe System wie bei TextSecure standardmäßig bei der Installation aktiviert werden, so dass zwischen TextSecure und zwischen CyanogenMod-Installationen automatisch verschlüsselte Nachrichten geschrieben werden können. Auch ist das System meist schlanker und flotter als bei vorinstallierten Android-Versionen. Auch braucht man für die Taschenlampe keine extra App mehr, sondern kann die Lampe direkt aus den Schnelleinstellungen an und ausschalten. Seit Kurzem gibt es bei CyanogenMod und bei Paranoid Android zudem eine umfangreiche Theme-Engine, mit der man die Oberfläche des Systems optisch stark verändern kann.

Die größten Vorteile sind also dass man selbst für vom Hersteller nicht mehr aktualisierte Smartphones aktuelle Android Versionen bekommen kann, die meist mehr Funktionen bieten und eine höhere Leistung. Wer sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt hat, dem rate ich auf XDA-Developers sein Smartphone zu suchen und ein wenig in den Foren zu stöbern. Vielleicht findet ihr ja auch noch etwas interessantes für euch :)

Ich bin Veganer

Dies ist eine Replik auf den Blogeintrag von Vinzv. Die Kernaussage in seinem Beitrag ist, dass er ist kein Veganer weil sich Veganer überlegen fühlen und ständig missionieren. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, dass in meinem Freundeskreis die Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, eher von den Fleischessern missioniert werden als umgekehrt. Ständig dumme Sprüche über das Essen. Eine kleine Auswahl bietet dieses Youtube-Video.

Auch das Zitat von Prof. Dr. Klotter halte ich für zu stark verallgemeinernd:

Gesundheit wird als Schwert im Kampf um einen moralisch höheren Standpunkt eingesetzt. [...] Das fängt bei Bio an. Bio ist eine Marke gesellschaftlicher und moralischer Überlegenheit. Es belegt besseren sozialen Status, Fortschrittlichkeit. Vegetarier oder Veganer qualifizieren Fleischesser als rückständig, unbelehrbar und rücksichtslos ab.

Ich versuche schon seit meines Studiums hauptsächlich Bio-Lebensmittel zu kaufen. Nicht um mich abzugrenzen, sondern aus vielen verschiedenen Gründen, Gesundheit steht da eher im hinteren Teil der Liste. Hauptsächlich geht es mir bei Bio um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Planeten. Dabei geht es zum einen um gesunde Fruchtfolgen, Humuserzeugung statt Erosion, natürliche Dünger statt synthetischen Spritzmitteln, die im gleichen Atemzug auch den Arbeiterinnen und Arbeitern schaden, keine Gentechnik und meistens auch ein positiveres Menschenbild bei den herstellenden Firmen. Klar hat sich das alles seit des Bio-Booms mehr in Richtung Kommerz geschoben, aber die Grundideale sind für mich immer noch sehr unterstützenswert, nicht aus Überlegenheit, sondern aus gesundem Menschenverstand und der Verantwortung dem Planeten gegenüber. Und da ich es selbst als Student geschafft habe Bio-Lebensmittel zu kaufen, denke ich nicht dass man besonders reich sein muss, um mit seinem Geldbeutel abstimmen zu können. Man muss eben Prioritäten setzen. Auch ich konnte mir nicht alles leisten was ich gerne gehabt hätte, aber Lebensmittel standen eben an erster Stelle.

Aber zurück zum Thema, ich finde nicht, dass man einen etablierten Begriff, der einfach alles markant zusammenfasst, ablehnen sollte, nur weil eine kleine Minderheit missionarischen Eifer an den Tag legt, der nicht nur die Nichtveganer nervt. Zudem denke ich auch, dass in der aktuellen Situation (Klimaerwärmung, Hunger, Gentechnik, etc.) die Ernährung ein stark politisches Thema bleiben wird. Davon abgesehen ist eine Diskussion über Tierrechte und was man mit Tieren machen darf und was nicht, gerade in Zeiten in denen die Wissenschaft immer mehr über die Funktionsweise anderer Lebewesen und deren vorhandenes oder nicht vorhandenes Bewusstsein herausfindet, eine sehr wichtige. Ich bin Veganer, weil ich damit kurz und prägnant zusammenfasse, wie ich lebe, damit aber nicht missioniere. Und aus meiner Sicht sind es Fleischesser, die den Begriff vegan negativ konnotieren.

Alle haben gewonnen

Wie immer sind alle Sieger bei der Wahl. Und es haben ja so viele Leute gewählt (weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten verdammte scheiße, wie kann man das gut finden?). Keine der etablierten Parteien hat die Leute mitgenommen, hat für die Vorteile von Europa geworben. Niemand hat sich gegen das Freihandelsabkommen eingesetzt, die Aufklärung der Ausspähaffäre wird verschleppt. Niemand erzählt den Menschen wie wichtig Europa für sie ist. Da kann man nur von Glück reden, dass Rechtspopulisten und Dampfplauderer nicht solche Ergebnisse wie in Österreich und Frankreich bekommen haben.

Verschlüsselung überall

Auch wenn viele Politiker gerade versuchen, die Überwachungsaffäre zu einem Problem der großen Internetkonzerne zu spinnen, gibt es in meinem Bekanntenkreis immer mehr Leute die auf Programme setzen, die verschlüsselte Kommunikation ermöglichen. Meine Threema Kontaktliste beinhaltet nun fast alle meine wichtigsten Kontakte. Auch TextSecure bzw. WhisperPush bei allen aktuellen Cyanogenmod-Versionen ist im Aufwind, vermutlich auch weil sie von Edward Snowden explizit empfohlen wurden.

Der Trend zu immer mehr Smartphones und das Bewusstsein für Privatsphäre gepaart mit immer besser und einfacher werdenden Technik zur Verschlüsselung macht das auch für Menschen mit weniger Technikhintergrund einfacher ihre Privatsphäre zu verteidigen. Mich erfreut der Trend und ich hoffe es werden noch mehr Leute mehr auf verschlüsselte Kommunikation achten. Es liegt auch an den Nerds die Technik immer weiter zu vereinfachen, so dass sie auch immer mehr Menschen verwenden können.

Wer die Seite noch nicht kennt, findet auch auf prism-break.org viele Alternativen, die die Privatsphäre der Nutzerinnen schützt.