Viele von Euch kennen OpenStreetMap bestimmt schon, für die die es noch nicht so gut kennen oder schon mal davon gehört haben, will ich kurz zusammenfassen worum es geht. Meine persönlichen Beweggründe dem Projekt beizutreten findet ihr in einem alten Blogeintrag von mir aus 2011.

Was ist OpenStreetMap?

Auch hier kurz die Zusammenfassung, wie man sie auf openstreetmap.de lesen kann:

OpenStreetMap ist ein im Jahre 2004 gegründetes Projekt mit dem Ziel, eine freie Weltkarte zu erschaffen. Wir sammeln weltweit Daten über Straßen, Eisenbahnen, Flüsse, Wälder, Häuser und alles andere, was gemeinhin auf Karten zu sehen ist. Weil wir die Daten selbst erheben und nicht aus existierenden Karten abmalen, haben wir selbst auch alle Rechte daran. Die OpenStreetMap-Daten darf jeder lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten.

Es geht also um nicht geringeres als die Demokratisierung von Wissen, in diesem Fall von Geoinformationen und Karten. Karten die man frei und ohne Einschränkungen verwenden kann, noch besser, die man selbst verändern, verbessern und ergänzen kann. Kennt man einen Ort gut, kann man von diesem eine Karte machen, die ein kommerzieller Dienst wie Google vermutlich aus finanziellen Gründen nie machen wird oder kann. Aber hier ist noch nicht Schluss. Gehört man einer für kommerzielle Dienste uninteressanten Gruppe wie z.B. Rollstuhlfahrenden oder Blinden an, tut man sich schwer, entsprechende Kartenmaterial zu bekommen, um ein selbstbestimmtes und barrierefreies Leben zu führen. Auch hier bietet OpenStreetMap den Vorteil, dass durch die Freiheiten die jede teilnehmende Person hat, immer eine Person dabei ist, die sich für diesen speziellen Teil von Karten interessiert und Dinge wie Stufenanzahl, Fahrbahnbelag oder den Neigungswinkel eines Weges einträgt und somit Rollstuhlrouting ermöglicht werden kann.

Nachdem Google ein Limit eingeführt hat, wie andere Dienste Google Maps verwenden dürfen, wechseln immer mehr zu frei verfügbaren Karten auf OpenStreetMap Basis. Vermutlich habt Ihr auch schon eine Karte gesehen, die OSM-Daten verwendet hat. OpenStreetMap ist aber nicht nur eine Karte. Das Projekt versteht sich mehr als Datenbank von georeferenzierten Informationen, sprich Informationen mit Ortsbezug. Es gibt eine Vielzahl von Karten, die aus der OSM-Datenbank erstellt werden können. Als prominentes Beispiele möchte ich die ÖPNVKarte erwähnen, auf der es möglich ist, Haltestellen spwie Routenverläufe von öffentlichen Verkehrsmitteln nachzuvollziehen. Es gibt auch eine Reit- und Wanderkarte, eine Karte für Seefahrende, eine Karte für Wintersporttreibende und natürlich auch eine Karte für Radfahrende. Eine Übersicht aller Karten gibt es auf openstreetmap.de.

Was ist Geocaching?

Wie passt das nun zum Geocaching. Da vermutlich schon mehr von Geocaching als von OpenStreetMap gehört haben, möchte ich den Geocaching Teil recht kurz halten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Geocaching die moderne Art der Schnitzeljagd ist. Leute verstecken kleine Plastikdosen, Filmdosen oder andersartige Behältnisse und stellen anderen Leuten Rätsel oder Aufgaben, um die Koordinaten dieser Verstecke herauszufinden. Es gibt verschiedene Arten von Caches. Bei den einfachen bekommt man gleich die Zielkoordinate und muss vor Ort nur noch das Versteck suchen, bei den Schwierigeren muss man von Station zu Station und jeweils Fragen beantworten, die einen dann zum Versteck führen. Fortgeschrittene finden auch in sogenannten Nachtcaches ihre Herausforderung. Wie der Name schon sagt, kann man diese nur in der Nachtfinden, da man an Bäumen angebrachten Reflektoren, Lichtsignale etc. am Tage nicht erkennen kann. Wer es noch nicht ausprobiert hat, findet auf geocaching.com oder opencaching.de erste Anleitungen. Für Android gibt es auch eine schöne freie App namens c:geo. Geocaching ist also wenn man so will, ein Spiel mit Ortsbezug und hier kommen natürlich wieder Karten ins Spiel.

Wie passen die zwei Dinge zusammen?

Doch wie passen die zwei Sachen nun zusammen. Für mich hat es einerseits den Reiz Rätsel zu lösen und am Ende tatsächlich auch etwas physisches in der Hand zu halten. Andererseits eignet es sich hervorragend um mit der Partnerin, dem Partner oder Freunden einen Ausflug zu machen, da viele Leute, die Caches verstecken einen an schöne Orte führen wollen, die sie kennen und anderen zeigen wollen. Man kommt also oft an Orte, die zwar nahe an bekannten Strecken liegen, man aber nie von sich aus hingegangen wäre. Gleichzeitig kann man nun die Wege auf denen man sich bewegt in OpenStreetMap eintragen, bestehende Wege verbessern oder verändern, wenn man Fehler entdeckt hat. Infrastruktur wie Haltestellen, Briefkästen oder Telefonzellen können ebenso wie Waldstücke, Bäche oder andere Dinge eingetragen werden. Die Geocaching.com Karte nutzt mittlerweile auch OpenStreetMap um die Lage der verschiedenen Caches anzuzeigen. Eine perfekte Synergie. Ihr solltet es auch mal versuchen!


2 Kommentare

Veikko Jungbluth · 4. August 2013 um 10:57

Wir benutzen OSM wegen den tollen Karten für unseren historischen Atlas unter http://www.veikkos-archiv.com. Der Atlas zeigt die Sehenswürdigkeiten und Geschichten der Gegend und kann mit der Augmented Reality App von Wikitude auch Vorort abgerufen werden.

Ähnlich wie bei Wikipedia kann man auch selber die historischen Daten einer Gegend in unser veikkos-archiv einstellen.

Zusammenfassung der Woche ab 29.07.2013 | IRON BLOGGER ADN · 5. August 2013 um 08:27

[…] OpenStreetMap + Geocaching, ein Liebesgeständnis […]

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