Lange habe ich darüber nachgedacht mit einen eBook-Reader zu kaufen, da eBooks im Vergleich zu „echten“ Büchern nichts wiegen, nicht kaputt gehen und günstiger sind. Jedoch hatte ich bisher nicht den Anreiz, Bücher digital zu kaufen, da diese meist mit einer Digitalen Rechte Minderung (DRM) versehen sind, damit der böse Käufer sie auch ja nicht so nutzen kann, wie er das von Totholz-Büchern gewohnt ist. Vermutlich dauert es noch eine Weile, aber dann werden wir auch die Wandlung sehen, die die Musik und Filmbranche schon durchgemacht hat und jede andere offenbar ohne etwas von anderen zu lernen am eigenen Leib erleben muss. DRM ist ein DIng der Vergangenheit, davon bin ich überzeugt.

Verfügbare DRM-freie Bücher

Da es aber mittlerweile neben dem Humble-e-Book-Bundle und dem Storybundle Möglichkeiten, DRM-freie eBooks zu kaufen und es auf gutenberg.org englische gemeinfreie Bücher gibt, mit zahlreichen landesspezifischen Partnerseiten und man sogar Wikipedia-Artikel als eBook exportieren kann, ist die Anschaffung eines Readers mittlerweile durchaus lohnenswert geworden. Wenn man nicht den Vendor-Lockin von Amazon unterstützen will findet man auf oben genannten Seiten genügend Alternativen um die nächsten Jahrhunderte lesend verbringen zu können.

Persönliche Kaufentscheidung

Persönlich war mir bei meiner Entscheidung wichtig, dass es kein Gerät von Amazon sein soll und ich meine Dateien einfach plattformunabhängig per USB draufschieben können will. Da zur Zeit als ich gesucht habe, gerade neue Geräte mit hochauflösenden E-Ink-Displays (1024×768) auf den Markt kamen und einige sogar Hintergrundbeleuchtung boten, fiel die Wahl recht schnell auf den Kobo Glo. Dieser war der erste Reader mit LED-Hintergrund, oder besser Wellenleitungsbeleuchtung durch eine Plastikschicht über dem Display, die vermutlich so strukturiert ist, dass sie das Licht der LEDs nach unten auf das Display auskoppelt, der verfügbar war und da schon der Kobo Touch ziemlich gute Bewertungen bekam, habe ich mich dafür entschieden.

E.T. auslöschen

Wenn man den Reader zum ersten Mal anschaltet, muss man das Gerät bei Kobo registrieren, bzw. dort einen Account machen und seinen Reader damit verknüpfen. Wen die damit verbunden Datenschutzimplikationen (was lese ich, wann lese ich, etc.) stören, sollte die Verbindungen zur Kobo-Seite blockieren, damit der Reader erst gar nicht nach Hause telefonieren kann. Zudem scheint es noch eine Verbindung zu Google Analytics zu geben, die man mit diesem Update deaktivieren kann.

Bücher lesen

Da ich noch keine Erfahrung mit anderen E-Readern hatte, ist der folgende Abschnitt sehr subjektiv. Um Bücher zu lesen, kopiert man sie auf den per Mikro-USB-Kabel angeschlossenen Reader oder auf eine Mikro-SD-Karte, entfernt danach das Kabel, das Gerät aktualisiert seine Datenbank und schon kann’s losgehen. Viel einfacher und plattformunabhängiger geht’s nicht.

Das Schriftbild ist herrlich scharf, man kann bei den mitgelieferten Schriftarten so ziemlich alles einstellen, was das Typografie-Herz begehrt. Zeilenabstand, Schriftgröße, Schriftdicke, etc. Im Sonnenlicht und an hellen Orten liest es sich ohne die integrierte Beleuchtung wie ein echtes Buch, nicht spiegelt, nichts reflektiert, purer Schriftgenuss, tolles Display! Wenn es dann mal doch zu dunkel sein soll, aktiviert man einfach mit einer Hardwaretaste die Beleuchtung und kann die feinstufig den Gegebenheiten anpassen. Vielen Leuten ist die niedrigste Stufe zu hell, ich finde sie aber ausreichend gering. Wer da empfindlich ist, sollte sich das Gerät wohl erst mal im Laden anschauen.

Mir macht das Lesen damit auf jeden Fall mehr Spaß als erwartet und die Vorteile gegenüber den Totholzvarianten kommen in vielen Punkten voll zum Tragen. Wer sich das echte Bücherregal zuhause natürlich lieber vollstellt, ist mit eBooks sicher falsch aufgehoben, wer indes nur gerne liest so wie ich, dem kann ich den Kobo Glo nur an’s Herz legen.