Seit nun mittlerweile sechseinhalb Jahren lebe ich vegan. Als ich damit angefangen habe, hat sich mein Gewicht von 83 Kilogramm auf 72 reduziert. Bei einer Körpergröße von 1,79m kam ich also aus dem leichten Übergewicht zurück auf mein Idealgewicht. Ich habe gesünder gegessen und mehr Sport gemacht. Mehr Sport, weil es im Gegensatz zur Zeit vor der Ernährungsummstellung nun endlich was gebracht hat. Vorher habe ich mich abgerackert und wurde immer wieder von der Waage enttäuscht. Ich dachte mir, wenn du mehr Sport machst, dann nimmst du ab. Hat aber irgendwie nicht funktioniert. Entsprechend glücklich und zufrieden war ich, als ich endlich mein Wunschgewicht erreicht habe.

Im Laufe der Zeit hat das Gewicht um diesen Wert gependelt. Als ich meine Diplomarbeit begonnen hatte, ging es aber wieder bergab bzw. das Gewicht bergauf. Ich saß viel mehr im Büro, hatte viel weniger Zeit für Sport und auch das Essen wurde ungesünder. Wenn man mit den anderen in der Mensa essen wollte, blieben einem meistens nur Pommes und Salat. Ja ich hätte natürlich zuhause selber kochen können, aber irgendwie hat mein Zeitmanagement dafür nicht funktioniert, somit also blieb nur Mensa.

Nach der Diplomarbeit, in der Zeit der Arbeitsplatzsuche, hatte ich wieder mehr Zeit für gesunde Ernährung und Sport, es ging wieder besser aber irgendwie hat auch das nicht funktioneirt um wieder auf mein Idealgewicht zu kommen. Als ich dann meine Promotionsstelle angetreten habe, hat der gleiche Spaß wie zu Diplomarbeitszeiten wieder von vorne angefangen. Ich hatte jedoch kein Waage um das kontrollieren. Irgendwann habe ich mir dann aber doch eine gekauft und musste mit Entsetzen feststellen, dass ich meine 83 Kilogramm von früher noch um 3 überboten hatte. Ein Fitnessprogramm musste her. An meiner damaligen Wohnung war toll, dass ich direkt aus der Wohnung mit Skates auf die Straße konnte, die Hemmschwelle Sport zu machen also sehr gering war, da ich nirgends extra hinfahren musste. Mit Fahrradfahren plus Skates plus selber Essen kochen, habe ich’s dann 2012 wieder auf 78,5 kg geschafft. Nicht perfekt, aber schon mal ein guter Anfang.

Im Winter habe ich dann wieder zugelegt und hatte jetzt im Frühjahr wieder 85 auf der Waage. So konnte es nicht weitergehen. Fahrradfahren von der mittlerweilen neuen Wohnung zur Arbeit taten mir insgesamt 27 km Strecke ganz gut, jedoch brachte dies auch wie früher nicht den gewünschten Erfolg. Direkt losskaten geht bei der neuen Wohnung nicht, weil man hier kaum glatten Teer finden kann. Skates mit dem Fahrrad oder in der U-Bahn mitzunehmen war im Vergleich zu gleich losfahren dann doch eine zu große Hemmschwelle. Es musste also was neues her. Wieder eine radikale Umstellung der Essgewohnheiten. Da diese zuletzt oft aus veganem „Fast Food“, zwar immer noch selbst gekocht aber nicht sonderlich gesund, und viel Club Mate bestanden, mussten diese sich auch ändern.

Schon im letzten Jahr haben Freunde von mir sich das neueste Attila Hildmann Buch, Vegan for Fit gekauft. Man kann von Attila halten was man will, manche lieben ihn, manche hassen ihn, ich bin da völlig emotionslos, da mir einfach nur die Rezepte schmecken. Auf jeden Fall geht es in dem Buch darum, gesunde und ausgewogene vegane Ernährung mit Sport zu verbinden (ja ich weiß, welch Erkenntnis!) um abzunehmen, bzw. gesund zu leben. Dafür werden viele Kohlenhydrate ersetzt, wie z.B. Nudeln aus Hartweizengries durch Nudeln aus Zucchini, etc. Dafür kommen dann Sättigungszutaten wie Mandelmuß oder andere von Attila sogenannte „Superfoods“ wie Amaranth und Quinoa zum Einsatz. Verbunden mit Sport kann man sich ein persönliches Programm für 30 Tage zusammenbauen, mit dem man glücklich ist.

Ich halte mich nicht zu 100% an die Regeln der Challenge, da ich nicht „brustalstmöglich“ abnehmen will, sondern meine Ernährung umstellen möchte. Das schöne daran ist, dass meine Freundin mich darin unterstützt, denn sonst wäre es schon ziemlich schwer das alleine durchzuziehen, wenn die andere Person munter die vermeintlich leckeren Sachen weiterisst.

Zuerst dachten wir, dass die Rezepte aus weißem Mandelmuß, Matcha, Mandeln, viel Gemüse deutlich teurer sein würde, als unsere bisherigen Gerichte. Nach der ersten Woche kann ich aber sagen, dass wir uns getäuscht haben. Lässt man nämlich die ganzen teuren aber leckeren Wheaty-Produkte, also Fleischersatz, fast komplett weg und kauft weniger ungesundes Fast Food, dann kommt man mit dem Geld eigentlich genauso gut aus wie vorher.

Nach der ersten Woche habe ich nun schon zwei Kilo abgenommen, verspüre weniger Heißhunger als früher, komme nahezu ohne Süßigkeiten aus und habe Club Mate in der Arbeit komplett durch Jasmintee mit Mandelmilch, Orangensaft oder anderen leckere Kombinationen ausgetauscht. Verbunden mit einem Sportprogramm aus Fahrradfahren, das jetzt wieder was bringt, Zumba, Schwimmen- und Spazierengehen fühle ich mich wohler und fitter als vorher und bin davon überzeugt, auch noch die restlichen 23 Tage der Challenge durchzuhalten. Noch besser, ich glaube sogar, dass ich die Art der Ernährung weiter durchziehen werde, denn schon allein der fehlende Heißhunger und somit bessere Konzentrationsfähigkeit auf der Arbeit ist es wert für mich. Ich habe auch wieder viele neue leckere Sachen entdeckt, die ich noch nicht kannte. Lediglich der stark erhöhte Kochaufwand und die damit verbundene Abspülarbeit trüben den Erfolg ein wenig, aber wer gerne kocht, muss da eben durch.


5 Kommentare

Nelly · 16. August 2013 um 11:14

Das freut mich, dass es für dich so gut läuft!
Nur weil man vegan lebt, heißt das nicht, dass man schlank ist.
Es gibt zig ungesunde, vegane Sachen, wie Pommes z.B.
LG

    Benni · 16. August 2013 um 11:16

    Darum geht es ja auch hauptsächlich im Text.

Andreas Volkshoven · 20. August 2013 um 17:24

Ich habe es mal eine Zeit lang probiert Vegan zu leben, jedoch habe ich es nicht wirklich lange ausgehalten. Was mir am meisten gefehlt war z.B. ein Glas Milch am Morgen, was ich schon seit meiner Kindheit mache.

Und Hafermlich oder Sojamilch ist nicht wirklich ein guter Ersatz dafür (rein geschmacklich)

Aber ich finde es immer wieder Klasse wenn Menschen den Willen haben das ganze durchzuziehen.

    Benni · 23. August 2013 um 18:53

    Man kann sich Milch gut abgewöhnen. Ich war auch der totale Milchproduktjunkie. Und wenn man sich anschaut, dass Milch und Fleischindustrie direkt zusammenhängen hat man wieder mehr Motivation das auch durchzuziehen.

Zusammenfassung der Woche ab 05.08.2013 | IRON BLOGGER ADN · 12. August 2013 um 00:04

[…] Die erste Woche der Vegan for Fit Challenge ist geschafft! […]

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