Schwimmen zählt in Hamburg leider zu den teuren Dingen. Ein Tag im Freibad kostet gerne mal 5,50€ was ich als jemand, der Schwimmbäder in kleineren Orten gewohnt ist extrem teuer finde. Auch ist der Schwimmbadbetrieb im Hamburg ein wenig monopolistisch aufgezogen. Die städtische Bäderland GmbH dominiert den Schwimmbadbetrieb in Hamburg. Das erklärt vmtl. auch die völlig überzogenen Preise. Rabatte für Studierende oder andere Personengruppen gibt es nicht. Wozu auch in einer Uni-Stadt wie Hamburg. Aber zurück zum Thema. Da ich schon länger eine Multicard besitze, sprich eine Rabattkarte für die Bäderland Bäder wollten wir heute endlich das erste Mal in das Schwimmbad um die Ecke. Schon beim ersten betreten fällt auf, das Bad ist alt und auf Modernisierung wird offenbar keinen Wert gelegt. Gibt vielleicht ja auch Leute, die auf diesen Stil stehen, ich gehöre jedenfalls nicht dazu. Die Umkleiden sind ohne direkte Angliederung von Duschen sinnloserweise Geschlechter getrennt und auch die Schlüsselbänder der Schließfächer haben geschlechterklischeespezifische Farben (blau im Männerteil, rot im Frauenteil). Pink haben sie sich dann wohl nicht getraut. Auf jeden Fall fand ich das schon ziemlich krass. Wieso nicht eine Farbe oder Farbe nach Nummernbereichen der Schließfächer. Wieso muss man sich noch ein Geschlechtauszeichnungsmerkmal ans Armgelenk binden. Damit alle wissen, dass man ein Mann oder eine Frau ist? Was wenn man sich keinem dieser Geschlechter zugehörig fühlt?

Weiter geht’s zu den Duschen. Miniablageflächen für Schampoo und Seife, keine Möglichkeit Handtücher aufzuhängen oder zu verstauen, außer an drei kleinen Haken am Eingang. Taschen oder Rucksäcke sind auch nicht vorgesehen offenbar. Auf dem WC gab es keine Seife. Ich weiß ja nicht, ob ich zu anspruchvoll bin, aber kann man von einem Dienstleister, was ein Schwimmbad nunmal ist, nicht auch ein wenig Komfort verlangen? Ein wenig mehr Usability hätte dem Sanitärbereich auf jeden Fall nicht geschadet.

Dann der Schwimmbereich. Es ist kein Spaßbad und auch kein Erlebnisbad, aber von einem Hallenbad erwartet man schon, dass man sich nicht wie in einer Turnhalle fühlt, in der zufälligerweise ein bisschen Wasser in Becken ist. Der Nichtschwimmbereich ist mit einer Glaswand und einer Glastür vom Schwimmbereich abgetrennt, das Schwimmbecken ist etwa 15mx25m groß hat an einer Seite ein 1m und 3m Sprungbrett, das die meiste Zeit unbeaufsichtigt ist und zwei Bahnen praktisch unbeschwimmbar macht. Als wir heute da waren, gab es noch zwei abgetrennte Bahnen zum schneller Schwimmen. Darum herum findet man eine größere Sitzbank und ein paar Bistrostühle, keine Liegestühle und auch keine Pflanzen. Es ist alles steril, kalt, man fühlt sich nicht wohl und ein wenig eklig ist es auch. Mit einer kleinen Investition in Innenausstattung könnte man dem Gebäude soviel Wohlfühlcharme verleihen, dass man sich schon wundert, warum dies nicht gemacht wird. Es kann doch niemanden wirklich so gefallen. Und dann zu diesen Preisen!

Wir hatten eine Tageskarte, was anderes gibt es in diesem Schwimmbad auch (absichtlich?) nicht und wir sind dennoch nach einer Stunde wieder gegangen. Es war wirklich eins oder sogar das schlechteste Schwimmbad in dem ich je war. Völlig überteuert für das was geboten wird und ohne jeglichen Charme. Traurig, da hätte man mehr daraus machen können oder sogar müssen. Für uns ist klar, nie wieder Ohlsdorf! Nächste Woche geht es in ein anderes Bad. Vielleicht haben Hamburger Leserinnen oder Leser des Blogs ja einen Tipp, was empfehlenswert ist.


2 Kommentare

anonym · 15. Juni 2014 um 11:22

Hamburg kann man vergessen…. selbst in neugraben ist es absolut überteuert…. da gehe ich im sommer doch lieber zum freibad neu wulmstorf mit super preisen!

aber im winter? tsia muss ich eben tief in die tasche greifen um meinem kind soetwas zu ermöglichen….

Produktrezension: Polar H7 Herzfrequenzmesser mit der Runtastic Pro App | Bennis Welt · 8. September 2013 um 16:00

[…] ich nicht immer Lust auf Schwimmen gehen habe und auch die Preise der Schwimmbäder in Hamburg eher luxuriös sind, blieb da nicht viel übrig für Schlechtwettertage. Auch kann ich in der Umgebung der neuen […]

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