Ich weiß nicht, ob es an meinem fortschreitenden Alter liegt oder ob diese Wahl einfach komplett anders ist, als die letzte Bundestagswahl. War ich letztes Mal noch total euphorisch, so hat diese Euphorie komplett in Resignation und Niedergeschlagenheit umgeschlagen. Da gibt es eine Partei, die wichtige Themen angeht, deren Wahlprogramm sich prächtig entwickelt, eine Partei die Bürgerinnen und Bürger versucht mitzunehmen, aber die Presse ignoriert sie lieber, jetzt wo man sie nicht mehr als die Ein-Themen-Partei diskreditieren kann, die sie eigentlich nie war. Auch wenn ich von den Ideen der Partei vollends überzeugt bin, so ist meine Hoffnung, dass die 5%-Hürde heute geknackt wird leider sehr klein. Auch im Anbetracht der vielen engagierten Menschen, die einen absolut fantastischen Wahlkampf gemacht haben, ist das ziemlich traurig.

Dass eine andere Partei mit einem populistischen Miniaturprogramm und homophoben Kandidaten zur Wahl antritt, scheint die Presse nicht zu interessieren. So viele Menschen mit einem ach so tollen Professorentitel müssen ja seriös sein. Und die Schmierenkampagne gegen die Grünen zeigt wieder schön, wie die Presse massiven Einfluss auf das deutsche Wahlvolk nehmen kann und dass es erschreckenderweise sogar noch funktioniert.

Und der letzte Punkt, offenbar wissen viele Leute noch nicht mal, dass das was sie immer wählen gar nicht das ist, was sie wollen. Hauptsache die Kandidatin oder der Kandidat ist sympathisch und man hat ja schließlich immer schon so gewählt. Selber denken ist offenbar nicht in.