Vor ein paar Wochen sahen wir zum ersten mal die Werbung für die die veganfach 2013, die vegane Fachmesse, die diesmal zum dritten mal stattfand und in Hamburg Station machte. Um halb zwölf dort angekommen war die Schlange vor dem Terminal Tango, der Eventlocation am Hamburger Flughafen extrem lange und man konnte sich schon ein erstes Bild vom Interesse für vegane Produkte machen. Ein wenig für Erheiterung sorgte ein Mann der offenbar dem Organisationsteam angehörte und sich ein Bild von der Schlange machte und laut über die Öffnung einer zweiten Kasse nachdachte. Da steht man ne halbe Stunde im Regen, nur weil die zweite Kasse nicht offen war, ernsthaft? Endlich drinnen angekommen und 8€ Eintritt für Studierende leichter war ich erst mal von den Menschenmassen erschlagen. Hätte man mir das vor 6 Jahren gesagt, als ich anfing meine Ernährung umzustellen, dass sich die Idee so schnell und in diesem Umfang verbreiten würde, hätte ich es nicht geglaubt. Wie auch, galt ich damals und gelte ich auch teilweise auch heute noch als extremer Exot.

Neben bekannten Herstellern wie Provamel, Zwergenwiese und Wheaty gab es auch kleinere Firmen wie Lupinesse und Alberts oder Govinda da. Es gab diverse Milchgetränke und Jogurts zu probieren, Aufstriche und Fleischersatz. Onlineshops und Veganshops wie Alles-Vegetarisch.de und Veganz waren da, wie auch diverse Tierrechtsorganisationen wie Ärzte gegen Tierversuche und die Sea Shepherd. Selbst der vegane Döner aus München war da.

Nach der ersten Runde durch die zwei kleinen Hallen machte sich erste Ernüchterung breit. Konnte man doch recht viel probieren, so war diese Messe im Vergleich zur Biofach (Ja ich weiß, der Vergleich zieht nicht, da Konsumentenmesse vs. Fachmesse) doch extrem klein, man bekam auch kaum was zum Probieren für zuhause und vieles was man kaufen konnte, war nicht viel billiger als im Laden. Da fühlte ich mich schon ein wenig verarscht, will man mir doch was verkaufen und dann zahl ich auch noch Eintritt? Das nächste Mal werde ich, sollte die Messe in meiner Reichweite liegen, zweimal überlegen hinzugehen.

Als positiven Eindruck nehme ich dennoch die vielen Menschen mit, die sich mittlerweile mit dem Thema beschäftigen und Interesse zeigen, wie man die Zukunft leidärmer gestalten kann. Auf der anderen Seite erschreckt mich aber auch die zunehmende Kommerzialisierung der „Branche“, aber dass das nicht ausbleibt, wenn eine Idee sich verbreitet, war eigentlich klar. Interessant war es aber auf alle Fälle!