Da ich zur Zeit verstärkt auf der Suche nach einem sozialen Engagement bin und evtl. auch vorstellen kann, nach meiner Promotion in einem sozialen Bereich zu arbeiten, habe ich heute mit meiner Freundin die Aktivoli 2014 in Hamburg besucht, eine Freiwilligenbörse auf der sich Hamburger Ehrenamt-Einrichtungen vorstellen.

Veranstaltungsort war die Hamburger Handelskammer im Herzen Hamburgs. Vor Ort bot sich ein breitgefächertes Angebot verschiedenster Themenkomplexe und ich war im ersten Moment ein wenig überwältigt ob der großen Anzahl an Menschen und Ständen. Durch die Anzahl Stände war es leider ein wenig eng und man konnte nicht so recht vor den einzelnen Ständen stehen bleiben um sich zu informieren, da man dann gleich anderen Menschen im Weg stand, die vorbei wollten. Vielleicht wird das nächstes Jahr besser gelöst werden.

Gleich zu Beginn wurden wir von einer netten Dame des Projekts Motte/Grünanteil. Grünanteil versteht sich wie folgt:

Grünanteil wird eine interaktive Plattform, die Grün-und Schutzflächen, Freiräume und grüne Aktivitäten sichtbar macht. Interessierte BürgerInnen, NaturschützerInnen, Urban Gardener, grüne Aktivisten, Grünflächenverwalter und andere finden bei Grünanteil einen Ort, an dem sie sich austauschen, gegenseitig beraten und unterstützen können. Grünanteil fördert den Austausch von Wissen im Bereich Umwelt, Garten, Begrünung, Naturschutz und unterstützt grüne Aktionen und Projekte. Gestaltung des urbanen Lebensraums im Sinne einer biologischen Vielfalt.

Und die Motte ist ein soziokulturelles Zentrum, mit Erfahrungen in bürgeraktivierenden Projekten, Infrastruktur und grünen Programmen und betreibt u.a. Vernetzungsarbeit mit vielen Multiplikatoren:

Die Förderung von Medienkompetenz und kultureller Bildung sowie Projekte in der Berufsorientierung wurden von uns zu Schwerpunkten entwickelt.

Interdisziplinäre und internationale Projekte werden in unterschiedlichsten Kooperationsverhältnissen umgesetzt. Die MOTTE versteht sich als Impulsgeber und Intermediär in der Stadt(teil)entwicklung.
Ottensen hat sich vom Sanierungsgebiet zu einem der angesagtesten Stadtteile Hamburgs entwickelt – diesen Wandel hat die MOTTE aktiv begleitet und mitgestaltet.
Ziele und Werte der Soziokultur werden zunehmend beachtet, wenn es um Rahmenrichtlinien von Kinder- und Jugendkultur, nachhaltige Quartiersentwicklung oder um die Rolle der Kultur als Impulsgeber in der Stadtplanung geht. Geschäftsführung und Öffentlichkeitsarbeit der MOTTE haben hier Schwerpunkte ihrer Arbeit gesetzt.
Die MOTTE hat sich professionalisiert und bleibt ein Dynamo in Ottensen – weil es hier Menschen gibt, die sich engagieren, andere motivieren und gemeinsam neue Projekte wagen. Diese Mischung kreiert lebendigen Zusammenhalt und neue Partnerschaften. Nachbarschaftliche Atmosphäre und weltoffenes Flair, die Stimmung von Aufbruch und Engagement prägt die Menschen, die hier gerne wohnen und arbeiten. Ottensen ist ein Stadtteil im stetigen Wandel.

Ich finde beide Projekte höchinteressant und werde mir beides sicherlich persönlich näher anschauen. Gerade Jugendarbeit verbunden mit Medienkompetenz und aktueller Technologie reizt mich sehr.

Neben vielen anderen Projekten, mit denen ich mich persönlich nicht so sehr identifizieren konnte, die aber keineswegs weniger wichtiger sind nur eben eine andere Zielgruppe und v.a. Menschen mit komplett anderen Erfahrungen ansprechen, wurden wir noch an einem anderen Stand angesprochen. Das Projekt nennt sich „Starthilfe – Schülercoaching„:

Ziel von STARTHILFE ist es, Jugendliche zu unterstützen, auch unter den schweren Bedingungen Selbstvertrauen zu gewinnen, Verantwortung für das Lernen zu übernehmen, sich zu strukturieren und zielgerichtet auf den Übergang in einen passenden Ausbildungsberuf vorzubereiten.

Die Gespräche zwischen Coach und Schülerin oder Schüler finden meist in der Schule statt. Die Teilnahme ist für beide freiwillig, wird aber nach einer Kennlernphase verbindlich für mindestens ein halbes Jahr vereinbart.

Die Coaches bekommen eine Aufwandsentschädigung (Fahrtkosten etc.), sind im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unfall- und betriebshaftpflichtversichert, werden in ihre Tätigkeit eingeführt, kontinuierlich begleitet und können Angebote zur Weiterbildung wahrnehmen.

Da ich schon immer sehr großen Spaß an Nachhilfegeben hatte und mich auch gerne um andere Menschen kümmere, finde ich auch diese Einrichtung sehr reizvoll und ich denke, ich werde mir die nächste Informationsveranstaltung im Februar besuchen. Ich freue mich auf jeden Fall, im Rahmen der Börse zwei so interessante Projekte kennengelernt zu haben!

Die Börse selbst könnte man an ein paar Punkten definitiv noch verbessern. Zum einen beim Catering: Da gab es z.B. keinen Kaffee aus fairem Anbau und wenn, war das nirgends ersichtlich. Weiter gab es nur Käse-, Wurst- und Mettbrötchen sowie Würstchen mit Weißbrotsandwichscheiben. Eine Erweiterung des Angebots um veganes und nachhaltiges Essen fände ich im Rahmen einer Ehrenamts- und Sozialberufsveranstaltung angebracht. Gerade auch wenn der Weltladen Hamburg und Oxfam zu den Ausstellenden gehören. Zudem war es recht eng, was aber sicherlich auch der großen Menge an ausstellenden Einrichtungen geschuldet war. Trotz der Kritik fand ich die Ausstellung eine tolle Sache um sich einen Überblick zu verschaffen, was es alles so gibt. Mir hat es auf jeden Fall geholfen und hoffentlich entwickelt sich daraus für mich noch die eine oder andere tolle zukünfige Tätigkeit!