Dell und die Linux Sache [Update 14:56]

Nachdem mein treues NC10-Netbook von 2009 so langsam das Zeitliche segnet und ich jede weitere Investition in es als raus geworfenes Geld betrachte, machte ich mich auf die Suche nach einem Nachfolger. Ein wenig mehr auf der Brust haben sollte es allerdings schon. Gesagt getan fiel mein Blick recht schnell auf das Dell XPS-13 von 2015, nach vielen Testberichten sogar ein würdiger Konkurrent für Apples Machbook Air und auch an sich ein sehr schönes Ultrabook. Dell bietet es auch mit Ubuntu statt mit Windows an, was für mich als freie-Software-Liebhaber ein großer Pluspunkt ist. Kein Geld für Microsoft-Produkte ausgeben, die ich eh nicht brauche, super! Dachte ich zumindest.

Dann kam Dell. Die Osteraktion, die 100€ Rabatt mitbrachte gab es natürlich nur für die Windows Modelle, so dass man für dieselbe Ausstattung für das Windows Modell (i5, FHD, 256GB SSD) 999€ zahlen musste, für die Linux-Variante 1069€. Da fragt man sich, warum man für weniger mehr Geld zahlen soll. Auf dem Blog des Leiters des Dell Linux Programms Sputnik, Barton George, bekam man zu lesen, dass die Linux-Variante leider zu spät herauskam und in der Osteraktion noch nicht berücksichtigt werden konnte. Ok, dumm gelaufen, passiert. Momentan hat Dell ja eine 7%-Rabattaktion auf alle XPS und Inspiron-Modelle. Super dachte ich mir, zumindest ein wenig Rabatt. Aber nein, die 7%-Rabatt funktionieren nicht auf die Developer-Edition, also die mit Linux, weil sie für Geschäftskunden angeboten wird und man da offenbar keine Gutscheine verwenden kann. Komisch nur, dass es in Frankreich geht und das obwohl laut dem Dellhilft Twitter-Account, die Modelle auch für Geschäftskunden angeboten werden. Inkl. der um einen Prozentpunkt höheren Mehrwertsteuer in Frankreicht ist die Linux-Variante dort aber 40€ billiger als in Deutschland und man kann den 7%-Gutschein verwenden, was einen Preisunterschied zur deutschen Variante von satten 112€ macht. Was fast 10% des Gesamtpreises sind. Und nein, man kann nicht die Windowsvariante kaufen und die Lizenz zurückgeben. Das wäre zu einfach nämlich.

Die Krone setzt dem Ganzen aber noch der Ethernet/HDMI/DVI-USB-Adapter auf, der zum XPS-13 angeboten wird, aber gar nicht von Linux unterstützt wird.

Man bekommt den Eindruck, dass Dell gar keine Linux-Rechner in Deutschland verkaufen will und ich habe auch so langsam gar keine Lust mehr mein Geld einer Firma zu geben, für die Kunden, die kein Windows nutzen, keine vollwertigen Kunden sind. Es tut mir ja schon ein wenig für Barton George leid, der sich reinhängt, damit Linux auf den Dell-Rechnern funktioniert, aber sowas kann ich echt nicht gut heißen.

[Update 14:56] Geht man nicht über die Dell Seite und benutzt den Konfigurator, dann bekommt man das Privatkundenangebot hier. Total einleuchtend, nicht! Aber danke an den Chat 🙂