Sehr geehrte Damen und Herren,

bezugnehmend auf Ihre Pressemitteilung zur Causa Inge Hannemann [1] möchte ich in diesen Brief meine Erfahrungen mit dem Jobcenter mitteilen. Auch wenn es vermutlich zu keinen Änderungen führen wird.

An erster Stelle bleibt zu sagen, dass ich es unerträglich finde, Frau Hannemann als Gefahr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit darzustellen. Durch meinen, wenn auch nur entfernten, Blick auf die Äußerungen von Frau Hannemann, kann ich nur sagen, dass die Bundesagentur für Arbeit Frau Hannemann dankbar sein und die Chance ergreifen sollte, interne Missstände zu beseitigen.

Missstände, die Sie aber offenbar nicht sehen wollen. Gibt es aber doch genügend Beispiele, wie sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit rechtswidrig verhalten haben. Die Anzahl an gewonnenen Klagen zeigt dies ganz deutlich. Auch meine persönliche Erfahrung zeigt dies sehr eindrücklich.

So musste ich Anfang 2012 9 Tage lang von 4,50€! leben, weil meine Sachbearbeiterin mir, ohne Ankündigung!, die Mietkosten und Lebenshaltungskosten nicht überwiesen hat. Zudem musste ich die Umzugskosten nach Hamburg erst selbst auslegen, obwohl ich eine Stellenzusage und den neuen Mietvertrag bereits hatte. Die Begründung war, dass sich viele Leute mit dem Geld absetzen und gar nicht umziehen würden. Ohne meine Eltern wäre dies alles nicht möglich gewesen. So aber ist die Grundsicherung nicht gedacht.

Zudem wurde ich unhöflich und herablassend behandelt. Und das obwohl ich meine Stelle selbst gesucht und angenommen habe. Das Jobcenter hat, außer finanzieller Unterstützung, rein gar nichts dazu beigetragen, mir eine Stelle zu beschaffen. Dass diplomierte Studierende vielleicht promovieren wollen, sollte sich in der Bundesagentur für Arbeit vielleicht mal herumgesprochen haben. Warum dafür keine Kompetenzen vorhanden sind, ist mir schleierhaft.

Natürlich gibt es auch eine Mehrzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die engagiert und aufopferungsvoll Menschen wieder in die Jobwelt bringen, keine Frage. Aber wieso scheut die Bundesagentur für Arbeit davor zurück, notwendige Änderungen anzugehen? Wieso werden die Kritikpunkte, die Frau Hannemann zurecht anspricht nicht angegangen. Wieso dürfen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur immer noch rechtswidrig und in vielen Fällen menschenverachtend verhalten? Wieso wird das geduldet? Wieso gibt es keinen Ethikkodex, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschreiben müssen und bei Missachtung Konsequenzen fürchten müssten? Wieso darf vieles was in den Jobcentern täglich passiert weiter passieren? Wieso werden Kunden kriminalisiert, die Taten einiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hingegen bagatellisiert?

Hochachtungsvoll
Benjamin Lebsanft

1: https://www.arbeitsagentur.de/nn_27044/zentraler-Content/Pressemeldungen/2013/Presse-13-035,mode=print.html


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